„Architektur ist nicht das Leben. Architektur ist Hintergrund. Alles andere ist nicht Architektur.”
Zitat von Hermann CzechIm Stadtraum zwischen den humanistisch geprägten klassizistischen Villen am Karolinenplatz und den Führerbauten von Paul Ludwig Troost schließt das neue Gebäude den bestehenden Block in einer geradezu selbstbewussten Reaktion.
Wie bei einem Mäander ergibt sich eine stadträumliche Tasche als Eingangssituation. Der Baukörper definiert mit Vor- und Rücksprünge diesen kleinen urbanen Platz. Von der Straße aus wird die gestaffelte Fassade sichtbar und lässt die Tiefe des Blockinneren erahnen.
Ganz leicht verändern sich Proportion und Flucht. Durch kleine subtile Verschiebungen entsteht – ruhig und zurückhaltend – eine Fassade der Großstadt. Im Rücken der Bauten des Nationalsozialismus steht sie wie eine würdevolle Kulisse der Stille.
Von außen nicht erkennbar haben die Wohnungen tiefe, großzügige Loggien. Sie stehen wie ein Aquarium im Wohnraum. Wohnen, Kochen, Essen - alles spielt sich drum herum und in ihnen ab.
Im Binnenraum einer der historisch wichtigsten Stadträume Münchens – zwischen den humanistisch geprägten klassizistischen Villen am Karolinenplatz und den Führerbauten von Paul Ludwig Troost – schließt das neue Gebäude den bestehenden Block. Der bisher gewerblich geprägte Hof wird zum Wohnhof. Wie bei einem Mäander ergibt sich eine stadträumliche Tasche als Eingangssituation. Der Baukörper definiert mit Vor- und Rücksprüngen diesen kleinen urbanen Platz. Von der Straße aus wird die gestaffelte Fassade sichtbar und lässt die Tiefe des Blockinneren erahnen. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die subtilen Verschiebungen in den Proportionen und in den Fluchten. Diese gliedern die Fassade in Sockel, Regelzone und Attika. Das rigide Raster mit immergleichen Fenstern nimmt ganz selbstverständlich auch die Kindertagesstätte in die gestalterische Systematik auf. Die Wohnungen greifen Themen des bürgerlichen Wohnens auf. Attraktive Eingänge mit prägnanten Beleuchtungen, innenliegende Treppenhäuser mit großzügigen Treppenaugen führen nach oben. Von außen nicht erkennbar haben die Wohnungen tiefe, großzügige Loggien. Sie stehen wie ein Aquarium im Wohnraum. Wohnen, Kochen, Essen – alles spielt sich drum herum und in ihnen ab.
Neubau Wohnhaus mit Kindertagesstätte, Katharina-von-Bora-Straße, München
Wettbewerb: 2014, 2. Preis
Realisierung: 2020–2024
Auftraggeberin: Stadtwerke München GmbH
Planungsumfang: Bebauungsplan, LPH 2–9, LPH 6–9 mit CL MAP
Nutzung: 85 Wohneinheiten, Kindertagesstätte, Tiefgarage
Geschossfläche: 10.065 m², Wohnfläche: 6.600 m², Nutzfläche Kindertagesstätte: 658 m²
Zusammenarbeit: Uniola Landschaftsarchitektur Stadtplanung (Freiraumplanung), Sailer Stepan und Partner (Tragwerksplanung)
Fotografie: Markus Lanz.eu (1, 2, 8, 11, 17)
Team: Susanne Amend, Michael Folkmer, Verena Fridrich, Verena Heyn, Lisa Hieber, Elisabeth Muth, Ulrich Pfannschmidt, Tina Ringelmann, Michael Wimmer u. a.
Referenzraum (S. 12): Piazza Velasca 4, Milano, Mario Asnago, Claudio Vender (1)
Preise und Auszeichnungen: Architektouren 2026, ausgewählt; Architektouren 2026, Prädikat KlimaKulturKompetenz (Flächensparen)